Servus Bayernfans,
es gibt Spiele im Leben eines Fußballfans, bei denen man schon Tage zuvor ein undefinierbares Kribbeln spürt. Das betrifft nicht nur diejenigen mit Eintrittskarten für solche Spiele, sondern auch jeden, der die 90 Minuten „nur“ am Fernseher erlebt. Es ist eine Mischung aus Aufregung, Vorfreude, Hoffnung und doch auch einem gewissen Zweifel, wer am Ende die bessere Mannschaft sein wird.
Aber springen wir zunächst ein paar Tage zurück. Als am Karsamstag die 80. Minute beim Bundesligaspiel gegen den SC Freiburg anbrach, war die Stimmung im Auswärtsblock etwas eingebrochen. Es schien klar, dass man sich spielerisch nicht verausgaben würde, jedoch rechnete wohl niemand mit einem 0:2-Rückstand. Schlussendlich würde es an der Tabelle nichts ändern, doch wie sollte man eine solche Niederlage einordnen? Während man noch diesen Gedanken nachhing, fiel das 1:2. Plötzlich schien man sich auch mit einem möglichen 2:2 anfreunden zu können, und die Druckphasen der Mannschaft ließen auch den Block wieder lauter werden. Und dann kamen diese Minuten in Freiburg, die sinnbildlich für diese Saison stehen: gemeinsam alles geben, den Glauben nicht verlieren – auf dem Platz und neben dem Platz. Das 2:2 fiel, und der Jubel Minuten später zum 2:3 war eine Mischung aus Ungläubigkeit, Bierduschen und purem Enthusiasmus darüber, nicht aufgegeben zu haben.
Und nun geht es nach Spanien zu Real Madrid. Im Europapokal-Halbfinale 2024 traf man zuletzt aufeinander. Es gab – ebenso wie am vergangenen Samstag – ein Tor in der Nachspielzeit. Die Tränen, die folgten, waren keine des Sieges. Die Hymne der Madrilenen setzte ein, und kaum ein Musikstück löst bei Bayernfans mehr – zweifellos negative – Gefühle aus. Minutenlang war nichts als Stille und tausend leere Blicke im Gästebereich des Bernabéu zu sehen. Abermals konnte man nicht als Sieger vom Platz gehen. Kein Finale.
Und nun könnte man von „La bestia negra“ schreiben, Statistiken der Vergangenheit heranziehen – aber am Ende ist es doch einfach ein Gefühl in der Gegenwart, das uns so hoffnungsvoll an diese 90 Minuten herangehen lässt.
Einer der zweifelsohne steinigsten Wege aller Zeiten führt zum Finale am 30. Mai in Budapest. Aber wir packen unsere Sachen für morgen mit einer Hoffnung, wie es sie lange nicht mehr gab. An einem guten Tag können wir in Madrid den Grundstein für das Weiterkommen legen. Die Betonung liegt auf WIR. Seid laut, seid ausdauernd. Weniger Videos (egal ob Treffpunkt oder Block) für Oma und Opa oder Insta, mehr klatschen, einhaken, springen. Es geht um die Einheit – egal ob Mannschaft oder Fans. Es wird für beide Seiten in Madrid schwer: sei es im Kampf auf dem Rasen gegen das „weiße Ballett“ oder im Gästeblock gegen ein Potpourri an Reizüberflutung durch die medienwirksame Vermarktung des Heimteams.
Und vielleicht wird es am Dienstagabend nach dem Schlusspfiff ungläubige Gesichter geben – und viel Freude auf unserer Seite. Geben wir alles dafür.
Durch ganz Europa nur mit dir!
Treffpunkt am Spieltag ist ab 17:45 Uhr am Plaza de Castilla.
Wir sehen uns in Madrid,
euer Club Nr. 12